In Methoden/ Social Entrepreneurship

Alles wirksam oder was? Was Wirtschaftsunternehmen von Social Entrepreneurs lernen können Teil 1

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Wirksamkeit – was ist das eigentlich? In der Social Entrepreneurship-Szene geht nichts am Impact vorbei. Alles muss wirksam sein und auf die Wirkung ausgerichtet. Aber auch für Wirtschaftsbetriebe, die nicht unbedingt an der Lösung eines gesellschaftlichen Problems arbeiten, stellt das Konzept der Wirksamkeit spannende Einsichten bereit.

Was steckt hinter dem „Management by Impact“ und der sogenannten Wirkungsorientierung – und vor allem: Welche Vorteile offeriert das Konzept Ihrem Unternehmen? In einer dreiteiligen Serie möchte ich mein Wissen zum Thema Wirkungsorientierung, Evaluation & Strategieplanung aus Sicht von Social Entrepreneurs teilen. Heute geht es zunächst einmal um die grundlegenden Vorteile der Wirkungsorientierung.

 

Sie sind sich über Ihr langfristiges Ziel im Klaren – und lernen auch die kleinen Erfolge zu schätzen.

Wirkungsorientierung bedeutet die Planung von der Wirkung her – und nicht von den Ressourcen. Und der wirkliche Wandel wird nicht nur einen großen Schritt erzielt, sondern eben durch viele kleine Baby Steps. Wandel braucht Zeit – das kann demotivieren. Aber wenn Sie sich wieder darüber im Klaren sind, dass es eben die kleinen Erfolge sind, die zum großen Ganzen beitragen, können Sie mit mehr Energie und Freude tätig werden und Ihr Team entsprechend motivieren.

 

Sie schießen jetzt aufs richtige Ziel – und können einschätzen, welche Tätigkeit welchen Beitrag zu Ihrem übergeordneten Ziel leistet.

Kennen Sie das? Sie haben tausend Ideen im Kopf, die man noch umsetzen könnte. Zahlen diese aber auch tatsächlich auf DIE Idee ein, die Ihre Grundmotivation, Vision und Mission ausmacht? Oder handelt es sich nur um Beiwerk? Angenehmer Nebeneffekt: Sie fokussieren sich auf das große Ganze – und verlieren sich nicht mehr in unnötigen Projekten. Es geht nicht um den Erfolg eines einzelnen Projekts, es geht um die Gesamtheit Ihres Erfolgs.

 

Sie sind gezwungen an dem zu arbeiten, was Sie wirklich antreibt und ausmacht: Ihrer Vision.

Vielleicht kennen Sie das Gefühl, wenn man Angst vor der eigenen Courage hat? Oder großartige Ideen erst gar nicht umzusetzen beginnt – weil man unbewusst davon ausgeht, dass man sowieso nur scheitern kann? Hören Sie auf, sich selbst Steine in den Weg zu räumen – und gehen Sie dem Thema nach, das Sie wirklich ausmacht.

 

 

Was steckt hinter dem Management by Impact und was bedeutet das für mich?

Der Begriff „Management by Impact“ greift die unterschiedlichen Trends der Managementlehre auf, die seit dem letzten Jahrhundert entwickelt wurden – und ist teilweise scherzhaft gemeint. Kein Scherz hingegen ist die theoretische Grundlage, die dahinter steht: Das Impact Measurement fußt auf der sogenannten IOOI-Logik. Dabei steht I für Input (also die eingesetzten Ressourcen), deren Einsatz zum O wie Output führt (den umgesetzten Maßnahmen). Das zweite O steht für Outcome, was häufig mit der unmittelbaren Veränderung, die aus den Maßnahmen folgt, gleichgesetzt wird – und I für Impact, das den langfristigen Wandel und somit die Lösung eines gesellschaftlichen Problems darstellt. Social Entrepreneurs sprechen auch von der Wirkungslogik oder Wirkungskette.

 

Management by Impact orientiert sich deshalb an folgenden Fragen:

  1. Ressourcen: Was haben wir?
  2. Maßnahmen: Was machen wir damit?
  3. Ergebnis: Welche unmittelbare Veränderung streben wir an?
  4. Wirkung: Welchen Wandel forcieren wir langfristig?

 

Tatsächlich kann Management by Impact in den verschiedensten Unternehmensbereichen angewendet werden – von Strukturfragen über Strategiethemen bis hin zu Personal, Kommunikation und Kundenbetreuung.