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Wie organisiert sich eigentlich Digitale Transformation?

Seit ich bei der DGFP arbeite, beschäftige ich mich eingehend mit der Frage, wie HR aufgestellt ist, wie sie den größten Mehrwert für das Business liefern – und eben auch mit dem Dave-Ulrich-Model. HR Business Partnering. Parallel beschäftige ich mich immer wieder mit der Frage, wie digitale Transformation gelingen kann – manchmal liegen diese beiden Fragekomplexe sogar ganz nah beieinander.

Letzte Woche kam mir der Gedanke: Ist das HR Business Partner-Modell vielleicht auch DAS Modell zur Organisation der digitalen Transformation? Klick um zu TweetenWenn man zum Thema Digitale Transformation + Organisation recherchiert, findet man zahlreiche Beiträge dazu, wie Organisationsmodelle NACH der digitalen Transformation aussehen. Holokratie, demokratische Unternehmen usw. – aber eine Antwort darauf, wie Unternehmen damit umgehen, Stück für Stück ihr Geschäft zu digitalisieren und komplett neu zu denken, und diesen Vorgang auch organisatorisch abbilden müssen, finde ich nicht.

Klar ist für mich, dass wir für die digitale Transformation mehr brauchen als einfach nur die digitalen Spezialisten. Die Programmierer und Entwickler dieser Welt. Ohne die können wir sicherlich digital überhaupt nicht denken – aber die Übersetzer und Schnittstellen zum Business und zum Kunden spielen eine immer wichtigere Rolle. Das sehen wir ja z.B. auch an der Promotion von Berufsbildern wie dem UX Designer. Customer Journey & Co rücken in den Mittelpunkt. Aber: Sind wir schon so weit, dass wir auch die internen Kunden richtig mitdenken?

Auch wenn wir heute auf die Organisation von HR und anderen Servicebereichen im Unternehmen schauen, stellen wir fest, dass sich HR die meisten Gedanken darüber macht, wie sie sich am besten selbst organisieren. Ein BP-Modell für die IT, Finance oder Marketing habe ich so jedenfalls noch nicht entdeckt… wäre vielleicht aber sehr hilfreich. Und noch mehr… wäre das vielleicht nicht sogar DAS Modell zur Organisation der digitalen Transformation?

Center of Expertise, die die vielen, ständig wachsenden Kompetenzen der Digitalisierung bündeln, kombiniert ggf. mit einem Shared Service Center, der die klassische IT-Abteilung integriert, und diese beiden durch einen Digital Transformation Business Partner an das Unternehmen angebunden werden. One Face to the Customer. Jemand, der nicht nur 01 spricht, sondern eben auch die Sprache der Mitarbeiter, die – wenn wir ganz ehrlich sind – nicht sehr digital affin sind. Zumindest: noch nicht.

Denn die Lösung kann ja ebenso wenig lauten, dass wir jetzt alle Programmierer werden sollen. Wir sollten alle mehr vom Programmieren verstehen, das sicherlich. Aber Spezialisten auf allen Feldern der digitalen Produktionskette werden… utopisch. Und dysfunktional! Denn wie ich schon sagte: Die Übersetzungsleistung wird immer wichtiger, je größer die Digitale Divide wird. Wir müssen also neue Berufsbilder neben dem Entwickler etablieren – vielleicht ist der Blick auf das Dave Ulrich Modell auch aus dieser Perspektive sinnvoll.

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