In Agile Methoden/ Working Out Loud

Produkt oder Community Managerin? Gedanken zu meiner Rolle

Heute hatte ich ein Erlebnis der besonderen Art. Nach etlichen Wochen, in denen ich mich gefragt hatte, welche Stellenbezeichnung für meine Aufgabe denn eigentlich die richtige sei, habe ich – einfach aus dem Bauch heraus – gehandelt und in meinem Onlineprofil meine Position angepasst. Statt Netzwerkmanagerin steht da jetzt: Produktmanagerin / Mitgliederbetreuung.

Der Hintergrund ist denkbar simpel: Unter Netzwerkmanagement verstehen die meisten i.d.R. etwas anderes, in vielen Unternehmen ist diese Berufsbezeichnung fest in der IT verankert. In unserem Kontext heißt es eher: Community Management. Aber auch das ist ein Begriff, den es im Kontext von digitalen Geschäftsmodellen gibt. Community Manager, die in den Sozialen Netzwerken unterwegs sind, kommunizieren, moderieren usw. Das ist sicherlich ein großer Anteil meiner Aufgabe, die ich sowohl online als auch offline erfülle, aber nicht alles.

Schon immer habe ich mich als Produktmanagerin gefühlt. Verantwortlich für ein Produkt (oder eine Produktklasse), von der Entwicklung über Markteinführung und Betreuung bis zum Entschluss, ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht mehr anzubieten. Meine Erfahrungen in der Selbstständigkeit haben mich in diesem Selbstbild sehr geprägt. Dabei macht mir der Anfang und das Ende am meisten Spaß: ein neues Produkt entwickeln, an den Markt bringen, an seiner Qualität feilen, bis es fliegt. Dann interessiert es mich ehrlich gesagt für eine ganze Weile überhaupt nicht mehr… bis es dann eben nicht mehr läuft. Wenn es darum geht zu überlegen: Wie kann man es besser machen? Oder verändern? Oder muss man eigentlich aufhören, es anzubieten? Dann komme ich wieder auf Touren, überlege, tüftle, wälze Statistiken (die ich in der Regel selbst erhoben habe) und rechne mir die Finger wund. Und male mir i.d.R. auch Notizhefte voll. Ich LIEBE das.

In meinem Kopf machen Produktmanager aber eigentlich eher alles dazwischen – zwischen dem Anfang und dem Ende. All das, was mir nicht so viel Spaß macht. Oder die Dinge, in denen ich nicht so gut bin. Da braucht es nämlich Perfektionismus und Disziplin – beides nicht wirklich meine Stärken. Zumindest nicht in dieser Konstellation. Außerdem geht es bei mir ja um MENSCHEN. Ja natürlich, auch denen biete ich ein Produkt an. Aber irgendwie… ist es doch ein seltsames Gefühl, mich als Produktmanagerin zu sehen, wenn ich vornehmlich mit Menschen zu tun habe.

Sehr lange dachte ich, ich sei eine Projektmanagerin. Projekte starten, durchziehen, abschließen – I love it. Mein Herz geht auf. Vollgas geben, da bin ich so richtig in meinem Element. Und dann eben auch wieder ruhiger werden. Also im Job bin ich eher so der Typ Sprinter, ein gemütlicher Spaziergang oder gar ein Dauerlauf ist eher nichts für mich. Also: Projektmanagerin. Aber ganz ehrlich? Das stimmt einfach nicht. Projektmanagement heißt tatsächlich Projekte zu managen – egal, ob die nun agil oder Wasserfall oder laisser-faire geplant werden. Diesen Aspekt bringe ich nicht wirklich mit.

Es war schließlich die Scrum-Ausbildung, die mich diesem Thema näher gebracht hat und die entscheidende Reflexion brachte. Tatsächlich nehme ich am allerliebste die Rolle des Product Owners in Kombination mit der des Development Teams ein. Das sind die zwei Seelen, die in meiner Brust schlagen. Ganz nah an den Markt gehen, konzipieren, was er braucht – und es dann auch selbst umsetzen. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen!

 

Dieser Beitrag ist als #10MinBlog entstanden. Dazu erzähle ich aber an anderer Stelle mehr.

No Comments

Leave a Reply