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Zusammenarbeit verbessern: Sich jeden Tag aktiv für den anderen entscheiden

Brautpaar Füße

„Du musst ihn/sie ja nicht gleich heiraten“ – ein Gedanke oder Spruch, den wir vielleicht schon öfter gehört haben. Oder zu uns selbst gesagt haben. Wenn wir auf einen Kollegen/eine Kollegin gestoßen sind, mit der wir… nur mittelmäßig harmonieren, irgendwie aneinander vorbeireden oder ganz einfach andere Ansichten haben. Was eben auch die Zusammenarbeit beeinflusst. Und ja, natürlich stimmt auch: Kollegen sind Kollegen, Freunde sind Freunde und mein Partner ist nochmal eine ganz andere Kategorie. Die meisten von uns können sich die Kollegen nicht aussuchen, mit denen sie zusammenarbeiten. Was wir aber durchaus können: uns aussuchen, WIE wir mit ihnen arbeiten wollen.

Als Hochzeitsrednerin spreche ich oft darüber, wie Ehen so laufen können, wie Beziehungen funktionieren, und erfahre oft direkt von den Paaren selbst, wie sie ihre Liebe im Alltag leben. Und ich sage: Ja. Jemanden heiraten und mit jemanden arbeiten – das hat in der Praxis durchaus Ähnlichkeiten, sodass sich ein Blick über den Tellerrand lohnt.

Jede Beziehung startet irgendwann – die Paare lernen sich in der Schule, im Studium, bei der Arbeit kennen. Oder übers Internet (StudiVZ, Facebook, Tinder & Co). Oder tatsächlich auch einfach mal: zufällig. Die einen brauchen länger, halten sich vielleicht gegenseitig ein, wollen hofiert werden – bei anderen ist innerhalb kürzester Zeit klar, dass sie zusammen SEIN und vor allem BLEIBEN wollen.

Eines eint dabei die Ehen, mit denen ich als Hochzeitsdienstleisterin zu tun habe: Erfolgreich sind die Ehen, bei denen sich beide aktiv für den anderen entscheiden – mit voller Seele und auch einer gewissen Selbstverständlichkeit. Die Paare sind nicht „einfach so“ zusammen, „weil es sich eben ergeben hat“, sondern weil sie sich ganz aktiv dazu entschlossen haben, in einer Beziehung zu leben. Mit dem entsprechenden Partner. Bei manchen war vorher ganz viel Drama und Hollywood – bei anderen nicht. Bei einigen gab es beim Kennenlernen noch andere Partner – bei anderen nicht. Der Verlauf der Kennenlerngeschichte spielt keine Rolle, aber die klare Entscheidung füreinander. Aber nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt: Die wirklich erfolgreichen Paare entscheiden sich jeden Tag wieder für einander.

Und das ist eine Strategie, die wir im Umgang mit unseren Kollegen und der täglichen Zusammenarbeit durchaus auch anwenden können: Wenn wir ein Projekt bearbeiten, können wir gezielt auf die Kollegen zugehen, von denen wir wissen, dass wir gut harmonieren und die uns in unserer Arbeit ein Stück weit nach vorne bringen. Je nach dem, wie „strikt“ Abteilungsgrenzen gelten und wie der Arbeitsalltag tatsächlich frei gestaltet werden kann, funktioniert das sicherlich besser oder schlechter.

Sich jeden Tag aktiv FÜR die Zusammenarbeit mit den Kollegen entscheiden - wie Paare in einer erfolgreichen Ehe. #lernenvonhochzeitsdienstleistern Klick um zu Tweeten

Aber auch mit Kollegen, mit denen wir „zwangsverheiratet“ werden – egal ob in Projekten oder in Abteilungen – können wir die Zusammenarbeit verbessern, wir uns ganz aktiv fragen, was der andere beisteuert und was wir selbst beisteuern. Und uns dann DAFÜR entscheiden, MIT ihnen zu arbeiten – statt uns darüber zu ärgern, dass sie xy nicht machen, nicht so xy sind oder einfach nicht verstehen wollen, dass… Je länger wir in einer Anti-Spirale stecken, desto mehr Anstrengung kostet es natürlich, wieder zu einem produktiven Miteinander zu kommen.

Darüber hinaus finde ich selbst dieses „Du musst ihn ja nicht gleich heiraten“ auch deshalb blöd, weil natürlich jeder von uns sehr viel Zeit mit Arbeiten – und damit auch mit den Kollegen verbringt. Im Alltag sogar oftmals mehr Zeit als mit der eigenen Familie. Da hätten wir gleich noch eine Ähnlichkeit: Familie kann man sich ja auch nicht aussuchen.

Übrigens: Wenn ich mir meine Brautpaare über die Jahre so anschaue, hat das Thema „Streiten“ keinen Einfluss darauf, ob die Ehe hält. Ob zuhause die Fetzen fliegen, lauthals gestritten wird oder ob alles ganz harmonisch abläuft, ist einfach nur eine Kulturfrage. Wichtig ist nur, dass beide die gleiche Einstellung dazu haben. Und gleiches gilt auch im Hinblick auf die Unternehmenskultur.